Messung von Lackschichten auf rauen Oberflächen

Unregelmäßige Oberflächenstrukturen – die sogenannte „Rauheit“ – wie sie z. B. bei Gusseisen oder sandgestrahlten Stahloberflächen vorkommen, erschweren die Schichtdickenmessung der darüber liegenden Lackschicht. Durch die Unebenheit des Grundwerkstoffes kommt es zu großen Schwan­kungen der Messwerte. Dies führt zu Unsicherheiten bei der Interpretation der Messergebnisse und erschwert die Überwachung des Lackierprozesses.

Die Oberflächenrauheit beeinflusst immer die darüber liegende Lackschicht. Eine quantitative Aussage über den Grad der Beeinflussung ist jedoch schwierig, da diese von mehreren Parametern, wie z. B. der Rauigkeitsstruktur und der Schichtdicke abhängt. Misst man mit einer einpoligen Sonde, ergibt die Messung auf einer Rauigkeitsspitze oder im Tal unterschiedliche Messwerte, bei tatsächlich gleicher Schichtdicke. Die Feldlinien des Sonden-Magnetfelds werden dabei unterschiedlich von Tal und Spitze beeinflusst.

Bei Zweipolsonden wird dieser Effekt und somit der Einfluss der Rauheit deutlich minimiert und die Anzahl der nötigen Messungen zur Absicherung von Mittelwert und Standardabweichung kann reduziert werden.

links einpolige Sonde, rechts zweipolige Sonde

Abb. 1: links einpolige Sonde, rechts zweipolige Sonde

Die Zweipolsonde V7FKB4 in Kombination mit einem Handmessgerät der FMP-Familie oder dem Tischgerät FISCHERSCOPE® MMS® PC2 (Modul PERMASCOPE) wurde speziell für die präzise Messung von Lackschichten auf rauen Oberflächen entwickelt. Gegenüber einpoligen Sonden werden deutlich geringere Streuungen und sehr gute Wiederholpräzisionen erreicht, wie Tabelle 1 darlegt.

Lackdickenmessung auf rauer Oberfläche mit der Sonde V7FKB4

Abb.2: Lackdickenmessung auf rauer Oberfläche mit der Sonde V7FKB4

 

Standardsonde

einpolig

Sonde V7FKB4

zweipolig

Messwert-Nummer

Probe 1

glatt

Probe 2

rau

Probe 1

glatt

Probe 2

rau

1

126,4

241,6

125,8

237,2

2

125,2

263,0

125,6

245,4

3

125,7

232,6

125,2

248,7

4

125,3

250,3

126,2

241,6

5

126,2

252,3

126,0

252,4

 

125,5

244,3

125,6

251,3

Mittelwert (µm)

125,71

247,35

125,71

246,11

Standardabweichung (µm)

0,47

10,38

0,36

5,90

Variationskoeffizient (%)

0,37

4,20

0,28

2,40

Tab. 1: Vergleichsmessung mit einpoliger Standardsonde und der zwei-poligen Sonde V7FKB4 auf glatter und rauer Oberfläche

Die Richtigkeit der Messung hängt vor allem von einer sorgfältigen Kalibrierung ab. Mit der V7FKB4 reduziert sich der Kalibrieraufwand auf Originalteilen deutlich, da zur Absicherung der Messwerte weniger Messungen notwendig sind.

Wenn Lackschichten auf rauen Oberflächen präzise gemessen werden sollen, dann ist die magnetinduktive Zweipolsonde V7FKB4 mit einem Handgerät der FMP-Familie oder dem
FISCHERSCOPE® MMS® PC2  die ideale Kombination. Die Ausbreitung der Feldlinien von Pol zu Pol minimiert die rauheitsbedingte Streuung der Messwerte und ermöglicht die für Fischer typische Präzision und Richtigkeit. Gerne steht Ihnen Ihr Ansprechpartner von Fischer für weitere Informationen zur Verfügung.

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